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Der Heizer des schlossähnlichen Anwesens Tatsch – in der Gegend wird es "das Tatschner" genannt – stellte dem Hausherrn eine Frage, nämlich, ob es ihm recht sei, wenn in den Frühlingsmonaten die beiden Fenster im Stiegenhaus tagsüber offen stünden, bei Einbruch der Dunkelheit jedoch geschlossen würden, um einem Auskühlen des Hauses über Nacht entgegenzuwirken. "Ich", sagte der Hausherr, "der ich gestern fischen war – Forellen aus dem Teich des Rübner sollten es werden – schritt so dahin auf den Wegen, die die Teiche verbinden, mein Gehen erschien mir leicht, beschwingt. Nun, die Taschen waren leer, eine Bemerkung, deren feine Ironie ich übersehen hatte. Ich hatte nämlich vergessen, Fliegen einzustecken, und so stand ich mit leeren Händen am Ufer des Rübnerteichs und schaute voller Sehnsucht auf die Oberfläche des Wassers, meine Finger spielten mit dem nackten Haken, etwas anderes ist mir nicht eingefallen. Als ich mich umschaute, sah ich … jedenfalls, um die Sache kurz zu machen: Ohne meinem Verstand, einem Organ, das sich für gewöhnlich nicht betrügen lässt, und ohne einer gewissen, freilich nach außen kaum auffälligen Hartnäckigkeit gäbe es heute nicht Fisch, sondern Kartoffeln und Kraut."
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updated 2019 January 11
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